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Zum Anreißen eingestellter, meißt sich wiederholender, Maße war der Paralelreißer unumgänglich. Wenn der erste Schritt zur Präzision die Konstruktion war, brauchte man ihn für den Zweiten. Linien die eine Bearbeitung an einem Werkstück vorgaben , wurden so von Zeichnungen oder auch aus dem Kopf des Handwerkers übertragen. Sich kreuzende Koordinaten bildeten Schnittpunkte zweier Maße, Mittelpunkte wichtiger Bohrungen, Lochstiche zum Anschrauben ect.
Heute gibt es andere Methoden, schnellere, meißt auch genauere. Die Zeit hat diesen Klassiker der Technik überholt. Herausgelöst aus dem lärmenden Werkstattalltag habe ich diesem Werkzeug einen anderen Sinn gegeben. Nämlich, ein uraltes, in katzenauge Manier, gegossenes Glas von seinem Dornrößchenschlaf in meiner Werkbankschublade zu erlösen. Dieses Glas sollte wieder das Licht einer Kerzenflamme verstrahlen, genau wie in dieser, völlig vom Rost aufgelösten, Baustellenlaterne vorher.
Das Eine zieht das Andere nach sich. Eine Kerzenflamme hat in diesem Moment die unangenehme Eigenheit, sich in der Vertikalen zu verändern. Folgerichtig bekommt das Glas einen Schlitten, mit dem es in der Höhe flexibeler wird. Ganz nebenbei erhält die Apparatur einen Reflektor, in Form einer flachen siebeneck Pyramide, hartgelötet aus poliertem Messingblech. Um der gewohnten Präzision gerecht zu werden, übernimmt eine Gewindespindel den Transport der Beleuchtungseinrichtung, “Millimeter genau“. Für die recht komfortable Bedienung sorgen zwei Kegelräder, welche ihr Vorleben in der Abgeschiedenheit eines Nähmaschinengehäuses verbracht haben. Die Kurbel einer Nußmühle sorgt für Bewegung und Berührungspunkte.

Die Parallelreißer mit den orangen Streuscheiben sind leider mittlerweile verkauft...




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